BZ 22.04.2017

Sachlichkeit statt Schlagabtausch

Diskussion des Gewerbevereins: Am Ende würden 89 Besucher den Amtsinhaber wählen, 34 den Herausforderer / 32 Unentschlossene.

TENINGEN. Lautstark klingt "Eye oft the Tiger", der dramatische Titelsong aus dem Box-Film Rocky III, aus den Boxen, als am Donnerstagabend Marcel Baumann und Heinz-Rudolf Hagenacker auf die Bühne der gut gefüllten Winzerhalle in Köndringen treten. Wer daraufhin erwartet hatte, das erste Kandidaten-Duell der beiden Bewerber um das Bürgermeisteramt werde zum Schlagabtausch, wurde in den folgenden rund drei Stunden eines Besseren belehrt. Positionen werden vertreten, Entgegnungen bleiben selten.

14 Themenfelder geben die Organisatoren des Kandidaten-Checks, die Mitglieder des Gewerbevereins Teningen, den Kandidaten vor. Jeweils drei Minuten bleiben dem 41-jährigen Herausforderer Baumann und dem 45-jährigen Amtsinhaber Hagenacker dann im Wechsel zur Beantwortung. Ein Zeitlimit, das der Jurist, der "nach acht Jahren so motiviert ist wie am ersten Tag", voll ausschöpft. Während der Politologe, der betont, für einen "neuen, zuhörenden Politikstil" zu stehen, seine Ausführungen zumeist schon abschließt, bevor der Timer sich bemerkbar macht.

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"Immer weiter, immer dichter, da habe ich grundsätzliche Bedenken", erklärt Baumann zur Frage, wie sich die Gemeinde entwickeln soll. Schreckgespenst für ihn: das Zusammenwachsen der Besiedlung von Teningen und Emmendingen. Maßvoll soll eine Entwicklung stattfinden und wie dieses Maß k onkret aussieht, soll ein noch auszuarbeitendes Leitbild verdeutlichen. "Ein Leitbild, das dann den Bürgern zur Abstimmung vorgelegt wird", so Baumann.

"Moderat und intelligent" müssen laut Hagenacker die "gut moderierten Lösungen" für die Tatsache sein, dass "die Gemeinde mitten in einer dynamischen Wachstumsregion liegt". Was ihm deutlich lieber ist, als die noch viel größeren Probleme von Schrumpfungsregionen zu haben. Nachverdichtung sehen beide als ein Spannungsfeld, im Wettbewerb um Flächen für Verkehr, Wohnen und Gewerbe sieht Hagenacker die Landwirte "rechtlich am kürzesten Hebel sitzen". Gerade deshalb sei es wichtig, dass deren Flächenverluste nicht noch durch Ausgleichsflächen unverhältnismäßig vergrößert werden. Baumann will den Landwirten "so gut es geht entgegenkommen". Einig sind sich beide Kandidaten, dass die Handlungsspielräume der Kommune bei der Entwicklung des Einzelhandels gering sind.

"Investitionen der Gemeinde in Kinderbetreuung und Schulen sind wichtig", bescheinigt Baumann der Gemeinde, auf einem guten Weg zu sein und verdeutlicht: "Ich will keinen negativen Wahlkampf, wo der Bürgermeister recht hat, hat er recht". Für ihn ist es, bei steigendem Schuldenstand, aber auch an der Zeit, den Gewerbesteuerhebesatz wieder zu senken. Für Hagenacker ist für diese Diskussion erst dann der richtige Zeitpunkt, wenn die Aufgaben und Investitionen der Zukunft, von denen "auch das Gewerbe profitiert", abgearbeitet sind. Zumal die Gewerbesteuer ertragsabhängig sei.

Was die wichtigen Zukunftsaufgaben sein sollen, will Baumann gemeinsam mit den Gemeinderäten und den Bürgern, Stichwort Leitbild, erarbeiten. Für Hagenacker ergeben die sich von selbst, denn es sei schon Aufgabe genug, die Infrastruktur zu erhalten und zeitgemäß weiterzuentwickeln. Den Raum für Bürgerbeteiligung sieht er vor allem bei konkreten Projekten, wobei er für jeden kreativen Anstoß offen sei. Von einer freien Ideenwerkstatt befürchtet er, dass "viele Erwartungen geweckt werden, die wir danach wieder einfangen müssen". Für Baumann ist die Zukunftswerkstatt einer der Kernpunkte seines Programms.

"Um Lösung für die tiefe Zerstrittenheit im Gemeinderat zu finden", sieht sich Baumann als Friedens- und Konfliktforscher als Idealbesetzung. Hagenacker will auch in den kommenden Jahren das sachorientierte Gespräch fortsetzen. Die Gemeinde habe er auf hohem Niveau übernommen und dieses ausgebaut. "Das lege ich Ihnen als Ergebnis von acht Jahren zur Wahl vor und bitte am 7. Mai um ihre Stimme, ihr Vertrauen", so sein Schlusswort.

Das Ergebnis des Stimmungsbarometers zum Ende ist deutlich. An diesem Abend würden 89 Heinz-Rudolf Hagenacker und 34 Marcel Baumann ihre Stimme geben. 32 der Besucher sind noch unentschlossen

 

1. Spätsommer-Abend am 30.11.2017

BERICHT VON regiotrends | www.regiotrends.de | Text & Bild: Reinhard Laniot


Engagiert in der Regio: Gewerbeverein Teningen - Aufbruchsstimmung in der Reaktivierungs-Phase beim ersten "Spätsommer-Abend"


Beim "Spätsommer-Abend" in den ersten herbstlichen Stunden des Jahres trafen sich heute Abend in Teningen Mitglieder des Gewerbevereins und Gewerbetreibende beim Vereinsheim des TV Köndringen zum geselligen Abschluss der "Reaktivierungs-Phase".

In den letzten Monaten hatte sich das Führungsteam des Vereins jeweils mit den in den Ortsteilen Bottingen, Heimbach, Köndringen, Landeck und Nimburg angesiedelten Unternehmen getroffen, um die Basis für eine gemeinsame, aktive Zukunft im Gewerbeverein zu schaffen.

Diese Aufbruchsstimmung zeigte sich nun auch heute Abend, als rund 80 Personen sich zum ersten "Spätsommer-Abend" fernab jeglicher Tagesordnung in geselliger Atmosphäre einfanden. Mit dabei auch Bürgermeister Hagenacker und der bei der Gemeindeverwaltung für den wirtschaftlichen Bereich zuständige Ehret.

Foodtruck, Cocktails, Wein- und Sektstand, Alleinunterhalter sorgten für das passende Ambiente, bei dem man viel Zeit für Gespräche fand.

Höhepunkt die auf 22 Uhr vorgezogene "Mitternachts-Verlosung", bei der ein Gutschein für einen Wellness-Aufenthalt im Elztal-Hotel in Winden zu gewinnen war. Strahlend konnte diesen in der Region einzulösenden Preis Katja Springorum (Malergeschäft A. Müller) aus den Händen des Vorsitzenden Andreas Cordier entgegen nehmen.

Gewerbeverein Teningen: "Spätsommer-Abend" - Von links : Andreas Cordier (Vorsitzender Gewerbeverein), Felix Fischer (FDP-Bundestagskandidat), Gregor Trotter (2. Vorsitzender), Martina Heiter (Schriftführerin), Astrid Müller (Beisitzerin), Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, Gernot Limberger (Finanzen)

REGIOTRENDS-Foto: Reinhard Laniot


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